Der Zahn der Zeit

Der Zahn der Zeit nagt ja bekanntlich an Allen und Jeden, nur an mir hat er diese Woche besonders genagt.

So einiges ist passiert und auch das soll natürlich, akribisch wie ich sein kann, festgehalten werden.

Vor einiger Zeit bekam ich die Nachricht über unseren „Buddy“ und für alle die, die zu viele und unnötige Anglizismen genau so verabscheuen wie ich, denen erkläre ich kurz das System dahinter: ist man Austauschstudent bekommt man von der Uni, auf die man gehen wird einen Studienkollegen zur Seite gestellt, der einem hilft sich zurecht zu finden, anfängliche Behördengänge zu erledigen und so weiter und sofort. Ein sehr schönes System, wie ich finde, ohne welches ich nie die Bekanntschaft von H. gemacht hätte, die mir freundlicherweise mein japanisches Motivationsschreiben korrigiert hat. Zu meiner Überraschung waren gar nicht mal so viele Fehler drin, wie ich gedacht hätte.

Gut, mit eben jener jungen Dame die mir zugeteilt wurde, M., habe ich dann angefangen Kontakt aufzunehmen und was soll ich sagen, ich bin begeistert. Sie scheint wirklich sehr nett zu sein, was mich sehr erleichter hat. Sie schien ebenso erleichtert gewesen zu sein wie ich, nachdem wir die erste Mail ausgetauscht hatten. Morgen abend ist es dann soweit und ich werde sie von Flughafen abholen. Am Freitag kommen dann die ganzen Behördengänge dran, welche wir noch erledigen sollten, bevor ich am Samstag heim fahre. Aus schönen langen Ferien wird allerdings nichts, da ich mich schon eine Woche früher wieder hier her bemühen muss. Ja ja, die lieben Formulare, deren ich nie überdrüssig werde – hat jemand den Sarkasmus herausgelesen? Ja? Gut!

Da wir gerade beim Thema Formulare sind, gestern fand ein treffen aller diesjährigen Teilnehmer statt und ich muss sagen, einige von denen hab ich noch nie am Institut gesehen. Die haben sich wirklich gut versteckt! Nun ja, was soll ich sagen – chaotisch ist leider kein Ausdruck für das, was da teilweise veranstaltet wird. Das Treffen wurde auch erst kurz vor der Angst einberufen. Aber wenigsten haben wir von YCU das Glück, dass wir bis jetzt als einzige unsere Unterlagen von der partneruniversität haben. Ich weiß erlich gesagt nicht, was ich davon halten soll…

Nun gut, es kam dann zur Sprache, wieviel Geld wir den vorweisen müssen, damit uns die lieben Japaner auch für ein Jahr ins Land lassen. Das Witzige bei der Sache ist, dass die Kontoauszüge zum Zeitpunkt an dem wir ankommen schon mehrere Monate alt und somit schon längst hinfällig sind – ein Hoch auf Bürokratie! Der Spaß den wir da benötigen nennt sich bank balance certificate und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass noch keine Bank von so einem Wisch gehört hat. Konoauszüge, Sparbücher etc. sollten reichen – einzige Hürde: es muss auf Englisch sein. Kein Problem! während die eine Bank einfach einen Kontoauszug auf Englisch ausdruckt, verlangt die andere ganze 10 Euro für einen extra Schriebs. Wenigstens müssen wir von der YCU keinen TOEFL Test oder ein ärztliches Attest über den Gesundheitszustand vorweisen – ja, auch das wird von einigen Unis verlangt. Über den TOEFL test fange ich gar nicht mehr an mich auszulassen…

Bei diesem Treffen wurde uns auch verkündet, dass die Empfehlungsschreiben ab diesem Jahr nicht mehr benötigt werden – ist das nicht wunderbar? Na wenigstens habe ich sie dann lesen können. Haha! Das Lustige ist, das D. anscheinend überall fast das Gleiche rein geschrieben hat. Also wenn ich das Als Student in seiner Vorlesung machen würde… Eben jener Herr. D. ist mir dann auf meinem Heimweg begegnet und zur YCU meinte er, dass man dort gut Japanisch lernt, weil sie ein hohes Niveau hat.

Vor etwas über einer Woche haben wir eine kleine Abschiedsrunde für H. veranstaltet, die zurück nach Japan geflogen ist. Die meiste Zeit über habe ich mit R. Pläne geschmiedet, was wir denn nicht alles machen müssen, wenn wir drüben sind. R. ist zwar in Osaka, aber zum Glück gibt es ja Nachtbusse, die relativ günstig sind. Vielleicht ist es sogar zum Besseren, dass wir nicht zu nahe bei einander sind, sonst würden wir gar nicht mehr zum studieren kommen. Im Laufe des Abends konnten wir M., eine Halbjapanerin, mit der wir befreundet sind, überzeugen dieses Jahr im Winter anstatt im Sommer nach Japan zu fahren, damit wir gemeinsam forgehen können.

Da der zahn der Zeit sich unaufhörlich weiter dreht belasse ich es an dieser Stelle dabei und melde mich später wieder zurück.

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